
{"id":2109,"date":"2023-09-10T22:23:02","date_gmt":"2023-09-10T20:23:02","guid":{"rendered":"https:\/\/seiberth.ch\/wp_2015\/?p=2109"},"modified":"2025-04-22T10:21:22","modified_gmt":"2025-04-22T08:21:22","slug":"zauberworte-und-blaehwoerter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/seiberth.ch\/wp_2015\/2023\/09\/10\/zauberworte-und-blaehwoerter\/","title":{"rendered":"Zauberworte und Bl\u00e4hw\u00f6rter"},"content":{"rendered":"\n<p>Kolumne Wortw\u00f6rtlich<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BirsMagazin 3\/2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von J\u00fcrg Seiberth<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sprache dient nicht nur vern\u00fcnftigen Zwecken, sie hat auch Zauberkr\u00e4fte. Man kann mit ihr Krankheiten heilen, Naturgewalten z\u00e4hmen, D\u00e4monen bannen und das Schicksal gn\u00e4dig stimmen. Die Menschen glaubten fr\u00fcher an die magischen Kr\u00e4fte der Sprache, und sie tun es noch heute. Unsere Kinder haben zum Beispiel fr\u00fch gelernt, dass \u00abbitte\u00bb ein Zauberwort ist, das viele W\u00fcnsche erf\u00fcllen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sprachwissenschaft gibt es die Gattung der Zauberworte leider nicht, \u00abbitte\u00bb wird schn\u00f6de als Partikel bezeichnet, als kleines Teilchen ohne viel eigene Bedeutung, das nur dazu dient, einer Aussage etwas mehr oder weniger Gewicht zu geben, eine verzichtbare Wortart. Wer seine Sprache zeitgem\u00e4ss, vern\u00fcnftig und knapp halten will, verzichtet auf solchen Firlefanz. \u00abDanke\u00bb ist \u00fcbrigensauch so ein Partikel.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u00ab\u00dcbrigens\u00bb \u00fcbrigens auch. Das Word-Korrekturprogramm r\u00e4t mir dringend davon ab, dieses Wort zu verwenden, da sich der Sinn des Satzes ohne solche \u00abF\u00fcll- oder Bl\u00e4hw\u00f6rter\u00bb nur sehr geringf\u00fcgig \u00e4ndere. Diese Ansicht teile ich nat\u00fcrlich nicht! \u00abNat\u00fcrlich\u00bb ist nat\u00fcrlich auch ein Bl\u00e4hwort. \u00abSehr\u00bb auch. Und so weiter \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck zu \u00abbitte\u00bb und \u00abdanke\u00bb. Wenn diese beiden Zauberworte fehlen, fehlt etwas Wichtiges, etwas Emotionales, bei der Person, die die Worte ausspricht und bei der Person, die sie empf\u00e4ngt. Denn Sprache zaubert nicht nur, sie dr\u00fcckt auch Emotionen aus, liebe Bl\u00e4hwort-J\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein beliebtes Zauberwort ist \u00abHolz aal\u00e4nge\u00bb, \u00abHolz anfassen\u00bb, \u00abtouchons du bois\u00bb, \u00abknock on wood\u00bb. Wer diese Worte sagt und danach handelt, redet mit dem Schicksal: \u00abMir geht es gut, bitte sorge daf\u00fcr, dass das so bleibt!\u00bb. Es gibt viele vern\u00fcnftige Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diesen Ausruf. Zum Beispiel: Fr\u00fcher sollen Matrosen vor dem Anheuern an den Mast des Schiffes geklopft haben, um zu h\u00f6ren, ob er morsch sei. Mag sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls kein Holz in Reichweite ist, kann man sich \u2026 auch an den Kopf fassen. Jetzt habe ich \u2026 zweimal schweren Herzens auf \u00ab\u00fcbrigens\u00bb verzichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumne Wortw\u00f6rtlich BirsMagazin 3\/2023 Von J\u00fcrg Seiberth Die Sprache dient nicht nur vern\u00fcnftigen Zwecken, sie hat auch Zauberkr\u00e4fte. Man kann mit ihr Krankheiten heilen, Naturgewalten z\u00e4hmen, D\u00e4monen bannen und das Schicksal gn\u00e4dig stimmen. Die Menschen glaubten fr\u00fcher an die magischen Kr\u00e4fte der Sprache, und sie tun es noch heute. 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